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"Die Rheinpfalz" vom 07.05.2002

Berichte über den Verein sowie über Umwelt- und Naturschutz

Für neun Störche ist der Viehstrich geradezu ein Paradies

Steinfeld: Verein zum Schutze des Weißstorchs setzt auf Naturschutz
                   - Vögel brüten
                   - am Donnerstag Storchenfest

Erfreuliches hat der "Verein zum Schutz des Weißstorchs Viehstrich" zu berichten: In zwei der drei Storchennester auf der Wiesentalhalle und auf der Kakteenfarm werden be- reits Eier bebrütet. Das Brutgeschehen kann sogar mit Hilfe einer am Nestrand befestigten Kamera beobachtet werden.

Im Kapsweyerer Storchennest in der Bahnhofstraße wird ebenfalls eifrig gebrütet. Die Brutstörchin des vergangenen Jahres musste allerdings einer anderen weichen, die in diesem Jahr den Platz an der Seite des Storches eingenommen hat. Ein anderes, auf der "Jordan-Ranch" gelegenes Nest ist hingegen vorerst verwaist: Der Brutvogel, der sich dort niedergelassen hatte, war bei einem Revierkampf mit einem Durchzügler so schwer verletzt worden, dass er nur durch zweiwöchige Intensivpflege überlebte.

Artenreichtum untersucht

Der Storchenverein möchte aber nicht nur für den Storch, sondern auch mit ihm Naturschutz betreiben. In Mitteleuropa sei keine andere Tierart besser geeignet, dem Naturschutz als Sympathieträger zu dienen, als der Weißstorch, so der Ökologie- Professor und Vereinsvorsitzende Horst Taraschewski. Die mittlerweile 15 mit Landespflegemitteln errichteten Amphibienteiche des Vereins beherbergen nicht nur Frösche oder Ringelnattern, die für den Storch als Beutetiere in Frage kommen, sondern auch eine Vielzahl von Kleintieren und zahlreichePflanzenarten. Der Artenreichtum an niederen Tieren und Pflanzen wurde im Zuge zweier Diplomarbeiten im Jahr 2001 von Studenten der Universität Karlsruhe untersucht. Dabei wurden auch die Gewässer am Bahnhof Kapsweyer, der angelsportlich genutzte Panzergraben Steinfeld und die beiden Weiher der Gemeinde Steinfeld sowie die Bruchbacharme untersucht. Dabei habe sich gezeigt, dass der Bruchbach und alle von ihm gespeisten Gewässer erhöhte Nährstoffgehalte aufweisen.

Landschaftliche Vielfalt schaffen

Unter den Bewohnern der neu angelegten Kleingewässer sind auch viele Arten, die auf der roten Liste stehen wie der Kolbenwasserkäfer oder die Salzdunge, ein am Ufer wachsendes Primelgewächs. Zur Zeit lässt der Storchenverein die Amphibien im und an den Gewässern des Viehstrichs untersuchen, danach soll es mit den Insekten an den beiden vom Verein betreuten Trockenrasen weitergehen. Der Verein will eine landschaftliche Vielfalt mit einem mosaikartigen Zusammenspiel von Wiesen, Schilfflächen, Hecken, TeIchen uIid Trockenstandorten schaffen, auch Totholz, Steinhaufen, Abbruchkanten und Komposthaufen sollen vorkommen. Bei der Pflege der Wiesen und des Grünlandes wird das Maatgut entfernt und damit werden Fettgräser wie der. Wiesenfuchsschwanz zurückgedrängt. So soll sich ein insektenfreundlicher Blütenflor entwickeln.
Mit Broschüren, Weinetiketten, Postkarten, Aufklebern und vielem mehr will der Verein in Zukunft noch stärker auf sich aufmerksam machen.Für das Entwerfen und Drucken der Motive ist der Bad Bergzaberner Günther W. Riehl zuständig. Aus seiner Feder stammt auch das Vereinslogo. Taraschewski, Riehl und Mario Fassen arbeiten außerdem an einem Buch, in dem der Viehstrich und der Bienwald als ökologisch besonders reizvolles und schützenswertes Stück Europa vorgestellt wird. Als Fernziel soll das Gebiet zur gut untersuchten und geschützten "ökologischen Modellregion" Deutschlands werden. Seit dem vergangenen Jahr betreibt der Storchenverern auch eigene Jugendarbeit, wofür StephanSonnen die Verantwortung übernommen hat. Die naturkundlichen Exkursionen des Vereins wurden bisher gut angenommen, ebenso die Diavorträge über wiesenbrütende Vögel oder Reptilien der Südpfalz.

Der Storch als Sympathieträger

Ziel des Vereins ist es, einen zeitgemäßen unkonventionellen Natur und Landschaftsschutz zu betreiben, wobei dem Storch als Sympathieträger und Anzeiger für die Umweltqualität des Viehstrichs eine wichtige Rolle zukommt, heißt es in einer Mitteilung des Vereins. Die Menschen reagierten auf die neun Störche im Viehstrich sehr positiv. Sie seien dafür auch bereit, Teiche mit Fröschen in ihrer Landschaft neu zu integrieren. Jetzt gehe es darum, Hecken, Schilf und Blumenwiesen mit Insekten für die Frösche zurück zu gewinnen.


 
INFO
    - Am Donnerstag, 9. Mai feiert der Verein sein "Storchenfest" in der Wiesentalhalle in Steinfeld: Beginn 11.30 Uhr, 11.35 Uhr Gottesdienst an der Halle, ab 14.30 Uhr Biotopführungen. In der Halle stellen Beate Wiedemann (Freiburg), Armin Hott (Kandel), cosima Heck (Weißenbiúrg) und Uta Steinbrecher (Steinfeld) Wwerke zu den Themen Störche, Natur, Südpfalz aus. Zum Kauf angeboten wird elsässische Keramik aus Soufflenheim, mit und ohne Storchenmotiv.
    -Schulklassen, Kindergartengruppen oder Ausflügler können sich bei Frank Steigleder, Telefon 06340-5774, zu einem Blick in "Adebars Kinderstube" anmelden.

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